Enterbt uns doch endlich!

Am 01. November erscheint mein neues Buch „Enterbt uns doch endlich!“ im Trabanten Verlag.

Um was geht es? Deutschland ist eines der ungleichsten Länder in Europa. In keinem anderen Land ist die Vermögens-ungleichheit so zementiert wie bei uns. Wir haben ein System geschaffen, das öffentliche Armut fördert und den privaten Reichtum weniger Menschen immer weiter steigert. Das liegt zum größten Teil am Erben. In meiner Generation gibt es ein letztes Tabu. Während ich mit Freund*innen beim Kaffee ohne Probleme über den nächsten Besuch beim Psychologen reden kann oder über Geschlechtskrankheiten, die sich jemand zugezogen hat, schweigen wir uns über das Erben aus. Dabei gibt es wenig, das meine Altersgruppe in den nächsten Jahren so stark prägen und zerreißen wird. Wenn man sich die derzeitige Einkommensverteilung nach Alter anschaut, dann rollt bald die größte Erbschaftswelle in der Geschichte der Bundesrepublik auf uns zu – und wird meine Generation grundlegend verändern. Nur darüber reden möchte niemand.

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2 Comments

  1. Klaus Kernberg

    Lieber Herr Haan,
    Es gibt für mich nun – sollten Ihre Enteignungphantasien jemals eintreffen – genau zwei Möglichkeiten: Ich gehe mit meinen Kindern ins Ausland, wo ich frei über mein hart erarbeitetes Vermögen verfügen kann, oder ich verballere mein Vermögen vor meinem Tod. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Sie mich aus Ihrem roten Wolkenkukuksheim heraus schröpfen können. Übrigens muss ich Ihren Irrtum, dass Kapitalerträge mit nur 25% versteuert werden, korrigieren. Gerade bei Dividenden zahlen die Unternehmen schon satte Steuern auf ihre Gewinne. Aber Ökonomie ist scheinbar nicht so ganz das Ding der SPD. Man merkt es ja täglich. Sie werden sich mit Ihrem Buch bis auf die Knochen blamieren.

  2. Dr. Sebastian Rasch

    Sehr geehrter Herr Haan,
    Sie wenden sich gegen die gesellschaftlichen Folgen der Politik, welche Ihre Partei – die SPD – zusammen mit anderen Parteien seit Beginn der Bundesrepublik verfolgt: Und dieses Mantra lautet: Die Mieten müssen immer niedrig sein und bleiben. Mieter zu sein ist in diesem Land seit Jahrzehnten einfacher, günstiger und risikoloser als Wohneigentum zu erwerben.
    Mit immer neuen Regulierungen sollen die Mieten künstlich niedrig gehalten werden. Im Schnitt liegen die Mieten unter den kalkulatorischen Gesamtkosten der Vermietung. Anders ausgedrückt: Mit den laufenden Mieteinnahmen kann man als Vermieter seine Kosten gar nicht decken, zumindest nicht, wenn man regelmäßig in seinen Bestand investiert und modernisiert.
    Um dennoch privates Kapital in den Mietwohnungsbau zu locken und die Rendite zu erhöhen, subventioniert der Staat die „Wohlhabenden“ mit steuerlichen Abschreibungen wie der Gebäude-Afa. Diese wird gerade von 2% auf 3% erhöht. Diesen Vorteil können aber nur Personen in Anspruch nehmen, die überhaupt nennenswert Steuern zahlen.
    Hinzu kommt, dass durch die Niedrigzinspolitik der EZB seit 2010 das größte Vermögenswertsteigerungsprogramm der Nachkriegszeit gestartet wurde. Dummerweise haben davon nur die wohlhabenden Vermieter und nicht die armen Mieter profitiert, da sie ja kein Wohneigentum haben.
    Seien Sie mutig: Denken Sie als SPD-Mitglied die Wohnungspolitik in diesem Lande doch mal ganz neu: Beenden Sie die Regulierung der Mieten und stoppen Sie die Milliarden-Subventionierung im Wohnungsbau. Mit den gesparten Milliarden erhöhen Sie das Wohngeld für die Bedürftigen und fördern den Erwerb von Wohneigentum von breiten Schichten der Bevölkerung. Dann wird sich auch die von Ihnen angeprangerte Konzentration des Vermögens in den kommenden Jahren deutlich reduzieren.

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